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Das andere und das eigene volle Haus

OFF THEATER / KLEINES THEATER / VUGTAGÖ

01/04/19 Eine gut besuchte Vorstellung in einem Theater ist gut für alle anderen Theater. Ist wichtig für die ganze Kultur. Das OFF Theater und das Kleine Theater – kaum dreihundert Meter voneinander entfernt – machen daher gemeinsame Sache und gründen im „Theatereck Schallmoos“ ein Gastspiel-Theaterfestival.

Von Heidemarie Klabacher

Unser Publikum. Euer Publikum. Wer hat mehr Besucher, mehr Erfolg, Fördergelder... Die Theater der Freien Szene würden gerne einmal gegen einander ausgespielt, sagt Prinzipal Alex Linse vom OFF Theater. Man werde in der freien Ecke oft in Konkurrenz zueinander gestellt. Der falsche Gedanke! Denn: „Wenn es hier gut ist, ist es auch anderswo gut“, denkt vielleicht ein Besucher. Und geht auch mal in ein anderes als sein Stammtheater...

Man wolle daher die beiden Theater zusammenführen, den Künstlern eine größere Plattform bieten, aber auch den Stadtteil an der Grenze Gnigl-Schallmoos beleben, so die Verantwortlichen von Kleinem und OFF Theater heute Montag (1.4.) bei einem Pressegespräch.

Gar nicht gut – weder im OFF Theater noch im Kleinen Theater – gehen Gastspiele auswärtiger Theatergruppen. Dabei biete die Freie Szene in ganz Österreich „tolle Kunst“. Das wisse man außerhalb Salzburgs, das OFF Theater selber sei etwa schon vier Mal von verschiedenen Veranstaltern in der Steiermark eingeladen worden: „Da hat die Freie Szene ein andere Basis“, so Alex Linse. Es gehe darum, nicht nur auf das eigene volle Haus zu schauen, sondern auch auf das der anderen. Ähnliche Offenheit wolle man nun in Salzburg anpeilen. Nicht von ungefähr habe man ein Gastspiel-Festival erfunden: „Wir Salzburger spielen ja ohnehin in Salzburg.“

Weil Konkurrenz also fremd ist, laden Kleines Theater und OFF Theater von 8. bis 12. Mai zum neuen Festival VUGTAGÖ. Will heißen „Verrücktes und geniales Theater aus ganz Österreich“. Gespielt wird in beiden Häusern. Angesprochen werden sollen Jugendliche gleich wie Erwachsene, bei beiden Zielgruppen gehe nicht nur um Konsum, sondern auch um aktive Teilhabe. Daher sind neben sechs Theaterstücken auch sechs Workshops (von Singtechnik über Comedy bis Improvisation) geplant.

Finanziert wird das Festival ausschließlich aus dem freien Kartenverkauf und mit Hilfe einiger Sponsoren, wie Sparkasse, Zentrum im Berg oder Progress Werbung, die hundert Plakatflächen stellt. Wesentlicher Partner, wenn es darum geht, die Jugend anzusprechen, sind Akzente Salzburg: Diese haben für das neue Festival die mit dem Jugend-Theaterpreis Stella 2017 ausgezeichnete Produktion Beißen vom Grazer Theater am Ortweinplatz eingekauft und veranstalten zwei dazugehörige Workshops: „Wir haben einen neue Kreativ-Reihe für Jugendliche im Angebot. Es geht uns nicht nur darum, die Jugendlichen ist Theater zu setzen, sondern um Auseinandersetzung und um das Angebot, selber etwas zu entwickeln“, so Heide Binder von Akzente Salzburg. Im Stück Beißen geht es um jugendliches Burnout, ein Schreib- und ein Rap-Workhsop werden sich mit diesem Thema befassen.

Ebenfalls ein Jugendstück, und ausgezeichnet mit dem Jugend-Theaterpreis Stella 2018, ist die Produktion Mongos der Gruppe Follow The Rabbit. Barbara Spitz bringt mit Liebesg'schichten und Todessachen einen „unterhaltsamen Abend der anderen Art“. Das Theater Praesent bringt Sibille Bergs Stück Und dann kam Mira, in dem sich Dreißigjährige ohne Karriere aber dafür mit Kind plötzlich der Sinnfrage gegenübergestellt sehen. Das Theater ASOU befasst sich in Proxy. Die Stellvertreterin mit Fragen künstlicher Intelligenz. Ein zentrales Stück, das, so Alex Linse, Jugendliche und Erwachsene sehen sollten, ist Alexander Mitterers Stück Der Patriot über den Briefbomber Franz Fuchs. Das Theater Kaedace nimmt sich dieses verstörend aktuellen Stückes Zeitgeschichte an.

Verrücktes und geniales Theater aus ganz Österreich - VUGTAGÖ im Theatereck Schallmoos – 8. bis 12. Mai - www.kleinestheater.at www.off.theaterProgrammheft VUGTAGÖ
Bild: dpk-klaba

 

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